Barcamp Bodensee 2017 Sessions am Samstag

Barcamp Bodensee 2017 oder: Wie ich Barcamper wurde.

Das Barcamp Bodensee 2017 liegt inzwischen ganze 24 Stunden hinter mir und doch kehren meine Gedanken immer wieder zu den letzten zwei Tagen zurück und kreisen um Sessions, Menschen und Gespräche wie um einen Orbit, den zu verlassen ich nicht willens genug bin. Daran änderte auch der heutige Arbeitstag nichts. Er gab mir vielmehr die Gelegenheit, um Kollegen von diesem sagenhaften Wochenende zu erzählen und ihnen die Barcamp-Idee zu erläutern. Ich muss dabei sehr enthusiastisch vorgegangen sein, denn ich erntete staunende Mienen und plötzlich erwachendes Interesse.

Aber der Reihe nach …

Das Barcamp Bodensee 2017 war mein erstes Barcamp überhaupt. Um die Barcamps früherer Jahre am Bodensee hatte ich einen Bogen gemacht. Selbst das Barcamp Bodensee in Friedrichshafen schaffte es nicht, mich anzulocken. Ich hätte locker zu Fuß hingehen können. Ein Katzensprung von meinem Zuhause.
2017 sollte anders sein und ich entschloss mich spontan zur Teilnahme. Ich buchte sofort mein Ticket und machte Oli total verrückt, weil ich immer versuchte, meine Anmeldung als “grünen Punkt” in der Anmeldeliste bestätigt zu sehen; bis wir dahinterkamen, dass ich die Barcamp-Seite von 2016 zurecht umsonst betrachtete. Warum ich dieses Jahr zum Barcamp wollte? Weil ich endlich mal die Menschen hinter den Social Media Accounts in echt kennenlernen wollte, mit denen ich seit Jahren mehr oder weniger konstant kommuniziert und die ich schätzen gelernt hatte. Stellvertretend will ich mit diesem Artikel Benno, Kischtrine, Stefan, Waltraud, Inge und ItsPurplegreen grüßen. Ich “kenne” euch seit Jahren und nun hat es endlich geklappt, sich mal live zu begegnen. Das freut mich ganz besonders!
BTW: ich bedauere an dieser Stelle zutiefst, dass ich mir RealNames so schlecht merken kann. 😉

Als ich am Samstagmorgen im Haus F der HTWG Konstanz eintraf, lief bereits die Begrüßungsansprache von Oliver Gassner, dem Organisator das Barcamps. Ich erspähte bekannte Profilbild-Gesichter in der erstaunlich großen, aber trotzdem übersichtlichen Teilnehmergruppe. Neugierige und routinierte Blicke machten die Runde. Mir war schnell klar, dass ich nicht der einzige Neuling in der Runde bin. Damit sich alle kennenlernen, gab es eine Vorstellungsrunde. Ich mag so etwas eigentlich überhaupt nicht, doch die Restriktion “Name + 3 Schlagworte” halfen dabei, dass schnell alle an die Reihe kamen. Es fielen Worte wie “Wordpress”, “Typo3”, “Feinstaub”,”Podcast”, “vegan”, “Programmieren”, “Scrum”. Ein ziemlich bunter Haufen hatte sich hier zusammengefunden. Als ich an die Reihe kam, hatte ich mich noch immer nicht festgelegt, was ich sagen wollte und die Spontanität brachte “Jörg – Bodenseeshopper, Schnellkocher und Software-Archäologe” heraus. Interessanterweise hat mich niemand auf den letzten Punkt angesprochen. Vielleicht habe ich auch zu sehr genuschelt. Andererseits könnte diese Bezeichnung noch nicht so verbreitet sein, wie es mir wünschen würde.

Anschließend ging es an die Sessionplanung. Jeder – wirklich jeder – der wollte, konnte vor der versammelten Mannschaft ein Thema vorstellen und anschließend die entscheidende Frage in die Runde werfen: “Jemand Interesse?”. Wenn sich genügend meldeten, wurde der Sessionvorschlag angenommen und an die “Tafel” gepinnt. Es gab keinen Themenvorschlag, der nicht Anklang fand. Und dabei waren die vorgeschlagenen Themen unglaublich vielfältig:

  • Hirnhacking for Beginners
  • Pressetext
  • Fetteste Näpfchen im Bewerbungsprozess
  • Transgender Findung Verwirklichung
  • Smart Government
  • Bitcoin + Blockchain
  • Getting things done
  • Sketchnotes 4 meetings
  • Youtube
  • Xing Profil Check

Hier mal ein Bild vom samstäglichen Session-Angebot:

Barcamp Bodensee 2017 Sessions am Samstag

So wird der Barcamp-Tag organisiert: Sessions zu äußerst unterschiedlichen und vielfältigen Themen buhlen um die Aufmerksamkeit der Teilnehmer.

Das Prinzip ist sehr einfach: jeder kann jede Session besuchen. Niemand muss eine Session mitmachen. Manchmal fällt es schwer, sich für eine Session zu entscheiden, wenn interessante Themen gleichzeitig anstehen. Doch das ist ein vergleichsweise angenehmer “Stress”.  Ich habe zwischendurch plötzlich einige Sessions ausgelassen, weil ich mich stattdessen mit anderen sehr angeregt unterhalten habe.

Das Niveau der Sessions ist hochwertig. Auch wenn ich viele Sachen schon zu wissen glaubte, bekam ich immer wieder Impulse vermittelt, die mich aufmerken ließen. Das ist zweifellos eine der Stärken eines Barcamps: du besuchst Sessions zu Themen, die dich interessieren, und du kannst sicher sein, dass du oft Neues erfährst oder einen Stupser mitbekommst, der dir (bei was auch immer) hilft. Die Sessions sind eigentlich nie “Vorträge”, im Sinne des Wortes. Sie beginnen mitunter so ähnlich und enden fast immer in Diskussionen und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander. Genau – das ist es: eine Session ist kein Speaker-Vortrag, keine Verkaufsveranstaltung. Eine Session ist gelebte Interaktion der Teilnehmer. Das macht sie so wertvoll. Das Schöne daran: niemand hat Hemmungen, sich einzubringen. Alle machen wie von selbst mit. Es ist faszinierend, wie Menschen, die sich (vielleicht) noch nie getroffen haben, in einer lockeren, offenen und sehr angenehmen Atmosphäre miteinander reden und ihre Erfahrungen einbringen. Diese Bereitwilligkeit, mit der Experten andere an ihrem Wissen teilhaben lassen, hat mich erstaunt. Es ist übrigens kein Problem, die Initiatoren der Session nach den Präsentationen zu fragen – sie schicken sie dir gern nach dem Barcamp zu.

Noch etwas zu den Sessions: Es gibt unterschiedliche Sessionformate auf Barcamps. Es muss nicht immer ein Vortrag mit anschließender Diskussion sein. Es kann auch eine Frage sein, die dir auf der Seele brennt. Stelle sie und du wirst sicher Mitstreiter finden, die mit dir diese Frage(n) diskutieren und dir bei der Lösungsfindung helfen werden. Einfach so. Ohne monetäre Gegenleistung. Wo gibt’s so etwas noch auf der Welt, wenn nicht auf einem Barcamp?
Einen guten Überblick über Sessionformate auf Barcamps findest du auf dieser Seite.

Nicht weniger interessant und abwechslungsreich sind die Gespräche zwischen den Sessions. Ob zu zweit oder in Grüppchen – es finden sich immer Gesprächspartner. Meist fängt’s aus einer Session heraus an. Man redet mit anderen über Themen, die einen interessieren und in einer Pause geht das Gespräch weiter. So eine Session ist das beste Mittel für Barcamp-Neulinge, etwaige Berührungsängste ganz schnell abzubauen. Es wird geredet und gelacht und diskutiert – in einer Tour. Ich hätte ja nie gedacht, dass mir das so viel Spaß bereiten würde.

Am Ende des Tages wirken dann alle ein wenig müde. Ich hatte so etwas wie einen Brain-Overflow und dackelte zusammen mit Stefan und Inge zum Katamaran nach Friedrichshafen. Ein aufregender und wunderschöner Barcamp-Samstag ging zu Ende. Daheim konnte ich nicht mehr viel machen, als vergleichsweise früh ins Bett zu fallen. Der Sonntag wartete mit frühem Weckerklingeln und einem weiteren Tag beim Barcamp Bodensee 2017 in Konstanz.

Aber dazu morgen mehr … 🙂

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Jörg Dutschke

Jörg Dutschke

Mein Name ist Jörg Dutschke. Ich betreibe seit 2005 die Seite Bodensee-Shops.de und versuche hier, ein wenig Struktur in die Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten rund um den Bodensee zu bringen. Kurzprofil: Familienvater, hauptberuflich seit 1998 Supporter der Herzen in einem Softwareunternehmen in Ravensburg, Hobbykoch und Schnellkocher, Radfahrer und Naturliebhaber.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Geschäftsseiten nicht um die offiziellen Homepages der Geschäfte handelt. Die Beschreibungen der Geschäfte basieren auf meinen persönlichen Besuchen und Eindrücken.

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