Beach Cleanup Friedrichshafen

Am 20. September 2014 fand das Sea Shepherd Beach Cleanup in Friedrichshafen am Bodensee statt. Organisiert wurde diese Aktion von Sea Shepherd Deutschland. Was so ein Beach Cleanup eigentlich ist, hatte ich ja bereits in der Ankündigung des Events geschrieben.

Um ein kurzes Fazit vorweg zu nehmen: die Aktion war einfach nur Klasse. Wirklich tolle Leute kamen zusammen und beseitigten eine solche Menge Müll von einem kleinen Stückchen Bodenseeufer, wie das wohl keiner erwartet bzw. befürchtet hatte. Mir sei bereits an dieser Stelle erlaubt, allen Mitwirkenden auf das Allerheftigste zu danken. Ihr seid allesamt großartig und es hat mir (uns) Spaß gemacht, dabei gewesen zu sein! Danke!

Tolle Truppe: Gruppenfoto vom Bodensee Beach Cleanup in Friedrichshafen

 

Dies ist mein Bericht zum Bodensee Beach Cleanup 2014.

Vor dem Beach Cleanup

Der Samstagmorgen begann mit ziemlich heftigem Regen. Der war noch am Tag zuvor gar nicht in den Wetterprognosen für den Bodensee angekommen. Diese hatten trockenes Wetter prophezeit; zumindest bis zum Nachmittag. “Hoffentlich, zieht die Brühe wieder ab bis es losgeht!”, dachte ich beim Frühstück. Glücklicherweise tat es das wirklich und es wurde rein wettertechnisch ein richtig toller Spätsommertag! Beste Rahmenbedingungen für das Bodensee Beach Cleanup mit Sea Shepherd in Friedrichshafen. Ich freute mich darauf, endlich mal Justin und seine Mutter kennenzulernen. Seit Justins “Entdeckung” durch die Medien im Frühjahr stand ich in mehr oder weniger intensiven Kontakt zu ihnen. Meist über Facebook.
Im Laufe des Jahres lernte ich auf diesem Wege auch Rainer von Sea Shepherd Deutschland kennen, wenn man im Zusammenhang mit Facebook davon überhaupt sprechen kann. Rainer bat mich im Vorfeld des Bodensee Beach Cleanups in einigen kleinen Fragen um meine Mithilfe, die ich ihm gern gab. Ihn zu treffen freute mich ebenfalls. Kurz gesagt: es freute mich noch viel mehr, weitere tolle Menschen heute kennenzulernen.

Nicht zu übersehen: das Einsatzmobil vom Beach Cleanup Team.

Um 13 Uhr sollte das Cleanup starten und gegen 12:30Uhr trudelten meine Mädels und ich am Parkplatz Seestraße/Uferstraße ein. Vom Hafenbahnhof kommend stach zuerst das Gelände der zeitgleich stattfindenden Interboot ins Auge. Ein großes Banner prangte von einem Zaun. Doch gleich daneben …. ein Banner von Sea Shepherd! Yeah! Die Kids waren ganz aufgeregt und versuchten dies locker zu überspielen. Fast direkt am Ruderclub stand er dann: der “Bus” von Sea Shepherd. Davor eine lockere Traube von Menschen, die fast allesamt in Sea Shepherd – T-Shirts herumrannten bzw. -standen. Ich hatte mich selbst in meinen erst kürzlich erstandenen Jolly Roger Hoodie gehüllt, denn ich wollte trotz der Wärme einfach mein Zugehörigkeitsgefühl zum Ausdruck bringen. Was mir letztlich auch interessante Begegnungen einbrachte. Dazu aber später mehr.

Jenny, Justins Mutter, erkannte ich schon von weitem. Rainer war mir auch ein Begriff und ich konnte ihn inmitten der illustren Runde sicher identifizieren. Und der Rest? Alles normale Menschen! Keinerlei Berührungsprobleme. Nichts. Ankommen, Hallo sagen und dabei sein. Ich war sehr positiv überrascht.
So nach und nach trudelten noch weitere Helfer ein. Sogar die Bodensee Dolphin-Kids kamen aus Langenargen. Letztlich waren um die 50 Menschen beim Cleanup dabei. Klasse! Auch wenn es nur wenige Häfler oder überhaupt Bodensee-Anwohner waren.

Das Bodensee Beach Cleanup nimmt seinen Lauf

Rainer hielt eine kurze Ansprache um das Prozedere des Cleanups zu besprechen. Wir würden drei Teams bilden: die Kids mit Eltern sammeln unter der Führung von Jan und Justin am Uferbereich an der östlichen Uferstraße. Das ist der breite Uferbereich hinter dem Ruderclub Friedrichshafen. Zwei weitere Trupps mussten an der Molemauer des Hafens entlang. Dort, auf der Seeseite hatte eine gestrige Bestandaufnahme hahnebüchende Zustände zu Tage gefördert. Sehr viel zerbrochenes Glas stellt dort eine imense Gefahr für Mensch und Tier dar. Wenn ich das richtig verstanden habe, waren in recht regelmäßigen Abständen halbzerbrochene Flaschen verkehrtherum eingegraben worden. Die scharfen Zacken als unnatürliche Gefahrenquelle für alles was sich dort entlang bewegt: vor allem Wasservögel! Es herrschte die recht einhellige Meinung, dass dahinter System steckt. Und ich frage mich, welch perverse Individuen auf solch gräßliche Ideen kommen können. Nun ja – dem grausamen Gebahren sollte heute ein Ende gemacht werden.

Facts und Orga zum Bodensee Beach Cleanup in Friedrichshafen wurden präsentiert von Rainer. 🙂

Rainer sprach auch darüber, warum Sea Shepherd hier am Bodensee ein Cleanup veranstaltet. Immerhin ist Sea Shepherd eigentlich eine Organisation, die sich dem Schutz des Meeres und seiner Bewohner verschrieben hat. Der Grund für die Präsenz von Sea Shepherd liegt nicht etwa in der simplen Tatsache, dass der Bodensee auch das “Schwäbische Meer” genannt wird, sondern einfach darin, dass Müllprobleme an Flüssen und Seen letztlich immer auch zu Müllproblemen der Meere und damit seiner Bewohner werden. Rainer nannte eine erschreckend hohe Zahl an Tonnen, die allein an Plastikmüll jährlich in der Nordsee landet. Die Ostsee nannte er einfach: tot. Das klingt doch schrecklich, oder? Um so mehr erfüllte es mich mit Stolz heute dabei sein zu können und einen kleinen Beitrag zum Schutz der Meere zu leisten.

Dann kam Justins großer Moment: Rainer ging auf Justins Rolle bei diesem Bodensee Beach Cleanup ein. Er betonte, dass Justins der erste und bisher einzige “Umweltheld” von Sea Shepherd Deutschland ist. Sein Engagement hier am Bodensee zeichne ihn aus wie keinen anderen. Bereits in seinen jungen Jahren ist Justin ein Vorbild und ein Held für viele andere umweltverbundene Menschen.
Ziemlich routiniert ging Justin selbst mit seiner herausragenden Rolle um und dankte mit der bescheidenen Coolness eines Vierzehnjährigen allen für ihr kommen und ihre Hilfe. Ein toller Bursche, dieser Justin! 🙂

Auf geht’s – lasset uns Müll sammeln!

Schließlich ging es dann los. Bewaffnet mit Eimern, Greifern, Gelben Säcken und Müllsäcken schwärmten wir unter der Führung von Justin im Uferbereich hinter dem Ruderclub aus. Es gab bei niemandem ein Zögern. Die Dolphin-Kids, meine Kiddies und weitere Kinder begannen mit ihren Eltern sofort eifrig mit dem Einsammeln von allem unnatürlichen Dreck, der in dem Bereich bis zur kleinen Brücke herumlag. Alles wurde eingesammelt: Kronkorken, Plastikdeckel, Folien, Bonbonpapier, Kippen, Papier und vor allem: Scherben. Große und kleine Scherben gab es reichlich. Interessanterweise wenig großer Plastikmüll, aber wenn man genau hinschaute, dann verloren sich Unmengen kleiner und kleinster Plastikteilchen zwischen den Steinen am Bodensee-Ufer und im niedrigen Gras. Vieles entging unserer gemeinsamen Aufmerksamkeit sicher nicht. Ich bewunderte immer wieder den Eifer, den alle an den Tag legten. Hier waren Kinder und Erwachsene mit Herz bei der Sache! Das merkte man allen an. Und es war ein großartiges Gefühl.

Fast schon surreal das Umfeld beim Sammeln. Da saß ein junger Bursche auf einem Stückchen Wiese und nahm einen Imbiss ein. Er ließ sich partout nicht stören in seiner Schlemmerei und zeigt nicht das geringste Unverständnis über die verrückten Menschen, die um ihn herum plötzlich aufgetaucht waren und Müll sammelten. Der Typ war die Ruhe selbst. Dem knutschenden Pärchen auf der einen Bank wurde es im Gegensatz zu ihm dann wohl doch ein wenig zu verrückt und sie verdrückten sich. Wir waren schon Romantikkiller! 🙂 Einige Passanten auf dem Uferweg blieben neugierig stehen und beobachteten unser Treiben. Das Gros jedoch schien uns zu ignorieren.

Wir fanden später sogar ein verwahrlostes Zelt mit muffigen, nassen Klamotten und einigem Haushalt. Auch dies wurde eingesammelt, denn es lag zusammengeknüllt und verwüstet hinter einem Busch – gut vor Blicken vom Fußgängerweg geschützt. Da wir in den verlassenen Habseligkeiten auch einen Schlüssel fanden, meldeten wir den Fund später der Polizei, welche an der Sache wohl kein rechtes Interesse zeigte und etwas von “Obdachlosen” vermutete. Das bekam ich jedenfalls am Rande mit.

Bestandsaufnahme erste Cleanup-Runde

Nachdem wir den Bereich bis zur kleinen Brücke gesäubert hatten, ging es zu einer Pause wieder zum Treffpunkt zurück. Da wir bereits beim Sammeln versuchten den Müll zu trennen, gelang es uns am Sammelpunkt diese Trennung auch einigermaßen aufrecht zu halten. Flaschen und Glasscherben wurden zusammengetragen, Restmüll in Müllsächen verstaut und Plastikzeug in Gelben Säcken gelagert. Am Treffpunkt befand sich schon ein Fahrrad, welches vom Mole-Team verwahrlost am Ufer gefunden wurde. Das Rad war bis auf die Bremsen und den fehlenden Sattel ziemlich gut in Schuß. Wer schmeißt denn so etwas einfach ans Wasser?

Erschütternd: Bereits nach dem ersten Sammelgang kamen ungeheuerliche Mengen Glasscherben und Flaschen zusammen. Der Haufen ist reine Anklage!

Die Teams von der Mole trudelten auch so nach und nach ein und … der Berg an Müll wuchs und wuchs. Besonders der große Haufen an Glasmüll machte einen gewaltigen Eindruck. Das Zeug hatte vor einer Stunde noch verteilt am Bodenseeufer gelegen. Da – wo Wasservögel Tag für Tag leben, wo Menschen teilweise noch Barfuss gingen! Es ist unvorstellbar, wieviel Müll in einem so begrenzten Uferbereich in so kurzer Zeit zusammengetragen werden kann, wenn Menschen das nur wollen! Es scheint davon nur zu wenig zu geben. Noch mehr erschütternd aber ist die Tatsache, dass es überhaupt soviel Müll dort gibt, der von vielen offensichtlich dort weggeworfen und ignoriert wird!

Das Team “Mole” hatte Schwerstarbeit an der Kaimauer des Hafenbeckens zu leisten. Auf der Seeseite der Mauer erwartete die Helfer ein schwerst scherbenverseuchtes Gelände. Der blanke Horror für Wasservögel!

Woher kommt der Müll am Bodenseeufer von Friedrichshafen?

Bereits zu diesem Zeitpunkt kam mir der Gedanke daran, dass dieser Müll ja nicht von allein dahin wanderte, wo wir ihn aufgesammelt haben. Da ich wohl völlig zu Recht ausschließen kann, dass Enten und Schwäne dafür verantwortlich sind, und ich auch sympathisierende Möwen, Hunde und Katzen solcher Taten nicht für fähig halte, müssen wohl Menschen für das Umweltchaos verantwortlich sein. Es gibt einige Müllbehälter in dem Bereich, in denen die Menschen ihren Müll entsorgen können. Es sind meiner Meinung nach gerade am Parkplatzgelände viel zu wenig. Aber selbst die wenigen waren größtenteils ziemlich leer. Gut – ich vermute mal, dass die Stadt Friedrichshafen anläßlich der Interboot schon a bisserl Engagement gezeigt und die Zonen starker Besucheraufmerksamkeit im Vorfeld gereinigt haben wird. Doch der inzwischen lange Kontakt zu Jenny und Justin hat mich davon überzeugt, dass vielen Menschen die Sauberkeit der Uferzone so ziemlich am Arsch vorbei geht, wenn ich es mal mit drastischen Worten so ausdrücken darf. Sagt mal geht’s noch? Was ist denn dabei, leergetrunkene Flaschen oder die Verpackungsreste einer Mahlzeit einfach ein Stückchen weit mitzunehmen und in den nächsten Müllbehälter zu werfen? Oder wenn es mal mehr ist, den Müll in Beutel zu packen und diese bei den Müllbehältern abzustellen, wo sie abgeholt werden? Was ist so schwer daran?  Es geht mir nicht in den Kopf.

Nach kurzer Pause brachen alle noch einmal zu einer zweiten Runde auf. Wir konzentrierten uns dieses Mal auf das Gebiet hinter der kleinen Brücke. Dieser Uferbereich war eigentlich recht sauber, was ich dem steten Einsatz Justins zuschrieb. Trotzdem beförderten wir noch einiges an Flaschen, Scherben und allerlei Papier- und Plastikkram in unsere Eimer und Tüten. Wieder war es grandios den Kids zuzuschauen, die selbst vor Wassergängen nicht zurückscheuten, um im flachen Uferbereich Flaschen aus dem Wasser zu ziehen.

Ich kam mit Claudia von den Bodensee Dolphin-Kids ins Gespräch und so in den Genuß der irren Story, wie es zu den Dolphin-Kids überhaupt kam:

Nadine bekam ihren ersteigerten Freitheitsdelfin von den Bodenseee Dolphin-Kids überreicht!

Auslöser war ein Bericht über die Delphinjagd in Taji bei LOGO! auf KiKa. Der Bericht muss die Mädchen so stark getroffen haben, dass sie beschlossen, dagegen zu demonstrieren. Nach einer Weile entstand ein kleiner Film mit den Dolphin-Kids, den Claudia selbst gedreht und geschnitten hat (übrigens ihre erste Begegnung mit Filmschnitt und absolutes Neuland bis dahin). (Empfehlung auch das Video beim Match-Race.) Der Film machte rasend schnell die Rund im Netz. Plötzlich meldeten sich andere Kinder und Mütter die “mitmachen” wollen; T-Shirts wurden gespendet, es werden immer wieder andere Sachen geschickt. Die Kids und Claudia haben eine Viralität erzeugt, die manchen Social Media Berater zum Staunen bringt. Die Welle der Unterstützung ist riesig. Das Engagement der Mädels aber auch, denn heute ging z.B. wieder eine Auktion mit selbst gebastelten Freiheitsdelfinen zu Ende. Es gibt nur noch wenige zu ersteigern. Die Auktion läuft nur auf der Facebook-Seite der Bodensee Dolphin-Kids!

Nachdem wir wiederum fast eine Stunde mit der Ufersäuberung verbracht hatten, lieferten wir den Müll beim Parkplatz ab.
Der Sea Shepherd Bus und der davor lagernde Müllhaufen erregten das Interesse einiger Spaziergänger, die inzwischen zahlreich diesen Uferbereich besuchten. Eine kleine Gruppe ältere Menschen war verblüfft über die vielen Glassachen und das Fahrrad. Ein anderer Mann sprach mich direkt an und fragte “ob wir solche Aktionen öfter und auch woanders machen.” Plötzlich sah ich mich als “Vertreter” Sea Shepherds in der Situation, einem interessierten Mitmenschen unser Tun zu erklären. Es entwickelte sich ein sehr nettes Gespräch, in welchem ich immer wieder auf die Hintergründe solcher Aktionen und die Auswirkungen von Müll auf die Umwelt eingehen konnte. Es war verblüffend und irgendwie “cool”, als ein “Sea Shepherd” einem anderen gegenüberzutreten. Ich glaube ich habe meine Sache gut gemacht. 🙂

Gegen 16 Uhr kamen wir zum Ende der Aktion. Entgegen der eher obrichkeitsverachtenden Idee, den Müll einfach als Mahnung da liegen zu lassen (natürlich mit freundlichen Grüßen von Sea Shepherd) wurde dann doch beschlossen, das Zeug an der mit der Stadt vereinbarten Stelle abzustellen. Diese Stelle befand sich ein Stückchen weiter weg am Ende des Ruderclubgeländes; also noch weiter am Rand der Interboot-Aufmerksamkeitszone, was auch verständlich ist. Ich bin mal gespannt, wann die Stadt das dort abholen wird. Ich bin mir sicher, dass ich von Jenny und Justin erfahren werde, wenn der Dreck da weg ist.

Dreamteam: Rainer von Sea Shepherd Deutschland und Justin, erster und einziger Sea Shepherd Umweltheld!

Die Kids bekamen für ihr Engagement jeder einen Sea Shepherd-Button sowie einen Aufkleber. Ich warf noch eine Spende in die Spendendose und musste meinen Kids versprechen, sie mit T-Shirts zu versorgen. Da ich gerade nicht über die nötige Bargeldschaft verfügte und Kindershirts sowieso nicht im Wagen waren, werde ich das wohl über den Webshop von Sea Shepherd erledigen. Die Kids werden die Shirts mit Stolz tragen! Und – ähm – ja … ich werde mir auch eines zulegen. 🙂

Fazit: Das Bodensee Beach Cleanup war eine grandiose Sache!

Dieses Bodensee Beach Cleanup 2014 in Friedrichshafen mit Sea Shepherd Deutschland war eine ganz, ganz tolle Sache. Ich war sehr positiv überrascht davon, wie viele Menschen letztlich gekommen waren, um dabei zu helfen, das Müllproblem am Bodensee etwas zu lindern und ein Zeichen zu setzen. Ich habe so viele nette Menschen getroffen und mit ihnen sprechen können. Ich habe es endlich geschafft, Jenny und Justin persönlich zu begegnen. Ich habe mich als Teil eines Ganzen gesehen und gefühlt. Und es war ist ein gutes Gefühl.

Ich muss immer wieder daran denken, dass Justin, Jenny und ihre Freunde solche Aktionen in kleinerem Rahmen seit 3 Jahren fast täglich machen und dabei jeden Tag mehrere Tüten Müll zusammensammeln. Wie würde unser Bodenseeufer in Friedrichshafen wohl aussehen, wenn sie es nicht täten? Muss sich Friedrichshafen nicht schämen angesichts der Müllmenge die hier seit Jahren beseitigt wird? Wie wird das Bild Friedrichshafens in der Welt wohl aussehen, wenn die Bilder des Bodensee Cleanups um die Welt gehen (was sie bereits tun!)?

Ich würde mich freuen, wenn viele der Menschen die uns heute beobachteten, die mit uns sprachen und die uns mit unverhohlenem Unverständnis zugesehen haben, sich fragen, warum solche Aktionen notwendig sind. Und ob sie nicht überflüssig wären, wenn alle etwas mehr auf die Umwelt achten und ihren Müll entsorgen würden. Es sind nicht nur die großen Dinge, die einen Uferbereich oder Wald oder ein Feld vermüllen. Es sind vielmehr auch die kleinen und kleinsten Müllteile, welche enorme Probleme verursachen. Hier liegen sie vielleicht nur am Ufer herum, achtlos weggeworfen und Wasservögel ebenso gefährdend wie Touristen. Das nächste Hochwasser spült den Dreck in den See. Und im See wird es von Fischen und Vögeln für Futter gehalten und gefressen. Oder es wird aus dem Bodensee transportiert, durch den Rhein …. zum Meer. Und sorgt dort für noch mehr Probleme.

Unser Planet ist bereits so mit Müll und Dreck verseucht, dass einem um dessen Zukunft Angst und Bange werden kann.

Wenn jeder darauf achtet, den selbst verursachten Müll richtig zu entsorgen, können wir das Blatt vielleicht noch wenden und unseren Kindern und den weiteren Generationen einen bewohnbaren Planeten hinterlassen. Jeder ist gefordert! Jeder Mensch kann mit ein wenig Verantwortungsbewußtsein das seine dazu tun. In der Masse entsteht aus den kleinen Dingen Großes. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass es uns und unserer Umwelt gut geht. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Also … und das soll die Konsequenz aus dem heutigen Bodensee Beach Cleanup sein … Sorgt dafür, dass ihr euren Müll nicht einfach da wegwerft wo ihr gerade lauft, steht, sitzt oder liegt. Nutzt die Müllbehälter. Dafür sind sie da! Oder nehmt den Müll wieder mit und entsorgt ihn daheim. Das ist nicht schwer! Also reißt euch zusammen! (Ich finde es eigentlich traurig genug, dass ich diese mahnenden Worte überhaupt niederschreiben und so in Welt hinausbrüllen muss.)

Ich bedanke mich herzlichst für diesen tollen Nachmittag bei Justin und Jenny, bei Sea Shepherd Deutschland, bei den Bodensee Dolphin-Kids mit Claudia und allen die dazugehören, bei Nadine, Karl, Rainer, Sandy, Flo, Karl, Peggy, Marcus, Lexi -die Walhelferin (das Shirt ist so cool!), Stephan und allen anderen, die dabei waren, die zuzuordnen mir zu dieser fortgeschrittenen Stunde gerade etwas schwer fällt. 🙂 (Meldet euch, wenn ich euch in die Liste aufnehmen darf!)

Jörg Dutschke

Jörg Dutschke

Mein Name ist Jörg Dutschke. Ich betreibe seit 2005 die Seite Bodensee-Shops.de und versuche hier, ein wenig Struktur in die Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten rund um den Bodensee zu bringen. Kurzprofil: Familienvater, hauptberuflich seit 1998 Supporter der Herzen in einem Softwareunternehmen in Ravensburg, Hobbykoch und Schnellkocher, Radfahrer und Naturliebhaber.

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3 Antworten

  1. Bodensee Dolphin Kids sagt:

    Lieber Jörg,
    vielen Dank für den ausführlichen, toll geschriebenen Bericht! In der Hoffnung dass jetzt noch viel mehr Leute Lust bekommen das nächste Mal auch dabei zu sein! Wir hatten Spaß und fanden es toll Dich, deine Kids und viele andere nette Leute zu treffen und kennen zu lernen! Bis zum nächsten Mal!

  2. Sabrina Reich sagt:

    Eine Super-Sache, find ich echt gut. Schade, dass man das immer erst hinterher mitkriegt, dass so eine Aktion im Gange ist, ich wäre mit viel Begeisterung dabeigewesen. Als echter Seehase fast schon selbstverständlich…

    Sabrina

  3. bella massa sagt:

    Hallo Jörg, wir bedanken uns bei dir und deinen Mädels für die tatkräftige Unterstützung. Natürlich gilt dem Dank auch den ganzen Helfer, Sea Sheapard ohne Euch alle wäre so was nicht zustande gekommen. Hevorzuheben ist natürlich dein super geschriebener Bericht mit diesen tollen Fotos. Klasse weiter so!!!!!!!!!!!!
    Gruß von Justin, Jenny und Klaus.

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